Einfach fokale Anfälle
Einfach fokale Anfälle werden ebenfalls häufig nicht als epileptische Anfälle erkannt. Sie können ein “buntes Bild” darstellen, je nach der Hirnregion, die am Anfallsgeschehen teilnimmt. Da der “Herd” jedoch in der Regel bei dem einzelnen Patienten an einer bestimmten Stelle sitzt, sind diese Anfälle bei der einzelnen Person meist gleichförmig.
Man unterscheidet die Anfälle nach dem Ursprungsort und der Erscheinungsform:
- Motorisch: Es kommt zu Bewegungen in einer Muskelgruppe
- Sensorisch: Es werden Gefühle wahrgenommen, die keinem äußeren Reiz entsprechen
- Sensibel: Sinneswahrnehmung ohne Entsprechung
- Vegetativ: z.B. Herzrasen, Schwitzen
- Psychisch: z.B. Angstgefühle, Aggression, Trauer
Der Patient ist während des Anfalls bei Bewusstsein, kann somit auf den Anfall reagieren. Gleichzeitig wird von ihm jedoch auch der Kontrollverlust empfunden, so dass fokale Anfälle für den Patienten meist schlimmer sind als generalisierte Anfälle, die sich dem Erleben entziehen. Auch kann es sein, dass der Patient im Anfall nicht reagieren kann, weil z.B. das Sprachzentrum getroffen ist und somit Fragen nicht beantwortet werden können. Von der Umgebung wird das Verhalten des Patienten leicht missdeutet.

