Epilepsie im Alltag
Leider bestehen in der Bevölkerung auch heute noch deutliche Vorurteile gegenüber Personen mit Epilepsie. So befanden bei einer Umfrage 1996 noch 27% der Befragten, dass Kinder mit Epilepsie eine Sonderschule besuchen sollten, 20% hielten Epilepsie für eine Geisteskrankheit. Diese Vorurteile abzubauen, sollte ein wesentliches Anliegen auch der Schulen sein.
Aus Angst vor Diskriminierung der Kinder geben viele Eltern die Epilepsie ihres Kindes, gerade beim Besuch weiterführender Schulen, nicht an. Dabei hat jeder Lehrer Möglichkeiten, das Schicksal epilepsiekranker Kinder zu erleichtern:
- Stärkung der Persönlichkeit durch Verständnis und Anerkennung
- Hilfen zur Integration durch Betonung der “Normalität” auch der Epilepsieerkrankung.
- Gespräch mit Eltern und Arzt, um sich im konkreten Fall genauer zu informieren und um adäquate Hilfe beim Anfallsgeschehen leisten zu können.
- Genaue Anfallsbeobachtung. Der Lehrer erweitert durch seine Beobachtung den Wahrnehmungszeitraum der Eltern und hilft damit die Medikation zu optimieren.
Die psychische Belastung der Kinder mit der “geheimen” Krankheit, über die nicht gesprochen werden darf, lässt sich nur erahnen. Daher ist Aufklärung und Information über Epilepsie eine wichtige Hilfe, den Alltag zu bewältigen.

