Erste Hilfe bei komplex fokalen Anfällen
Komplex-fokale Anfälle führen am häufigsten zu sozialer Ächtung, da sie oft verkannt werden und wenig dramatisch verlaufen.
Das Ende des Anfalls, teilweise auch der Beginn, ist unscharf, der Patient macht einen “vernünftigen” Eindruck und wird u.U. allein gelassen. So kann es zur Selbstgefährdung kommen, weil der Patient gefährliche Handlungen ausführt: z.B. heißes Wasser ausschütten, die Straße überqueren,....
Unsinnige Handlungen erwecken den Eindruck einer Geisteskrankheit oder einer psychischen Erkrankung: z.B. führt das Ausziehen in der Öffentlichkeit zu sozialer Ablehnung, obwohl es nicht der Entscheidungskraft des Patienten unterliegt.
Die Reaktion des Patienten ist nicht berechenbar. So wird wohlgemeinte Hilfe u.U. mit einem Abwehrreflex beantwortet: Der Patient stößt den Helfer weg, trifft ihn an empfindlichen Stellen und es wird ihm dann die Absicht des Weh-tun-wollens unterstellt.
Die Erste Hilfe besteht hier wesentlich aus
- dem Begleiten
- Aufsicht bis der Patient das volle Bewusstsein wieder erlangt hat
- Verhindern gefährlicher Handlungen durch vorsichtiges Leiten
- Entfernung gefährlicher Gegenstände
- Beruhigendes Zureden (Es ist möglich, dass das Bewusstsein nicht völlig erloschen ist, dass Teile des Anfalls erlebt werden und dass sich der Patient daran erinnert)
Um die Therapie durch den Arzt zu optimieren, ist es hilfreich Informationen zu erhalten über
- die Bewusstseinslage während des Anfalls
- Testung durch
- Aufforderung zum Nachsprechen
- Zeigen auf Gegenstände
- Zeigen von Gegenständen, die sofort und/ oder nach dem Anfall benannt werden sollen
- Nennen von Worten, die nach dem Anfall abgefragt werden sollen.
- Genaue Anfallbeschreibung

