Therapie
Die Therapie der Epilepsien erfolgt fast immer medikamentös.
Wichtig für die Therapie ist die genaue Kenntnis der vorliegenden Anfallsform, da sich an dieser die gewählte Substanz ausrichtet. Die Dosierung der Medikamente muss individuell auf den einzelnen Patienten abgestimmt werden. Ziel ist es, Anfallsfreiheit bei möglichst wenig Nebenwirkung der Medikamente zu erzielen.
Da jeder Anfall den nächsten Anfall bahnt, sollte die Therapie rasch eingeleitet werden. Auch kann es nötig werden, ein gewisses Maß an Nebenwirkungen zu tolerieren. Dies hängt wesentlich von der Lebenssituation des Patienten ab. Wenn z.B. bei einer schweren Epilepsie mit häufigen Grand mal Anfällen Anfallsfreiheit erreicht wurde, dann wird eine durch das Medikament hervorgerufene Zahnfleischwucherung eher als kosmetisches Problem akzeptiert, denn als medizinische Komplikation gesehen.
In vereinzelten Fällen kommt bei fokalen Epilepsien auch eine Operation als Heilmethode in Frage. Voraussetzung hierfür ist, dass die Epilepsie von einem kleinen Herd ausgeht, der keine lebenswichtigen Funktionen steuert. Auch sollte die Behandlung durch Medikamente vorher gescheitert sein, da eine Operation immer eine Entfernung von Hirngewebe bedeutet, die Operation ist auch bei Erfolglosigkeit nicht rückgängig zu machen. Eine genaue Diagnostik ist daher in speziellen Zentren nötig.
Unterstützend können bei fokalen Epilepsien Mechanismen der sog. “Selbstkontrolle” angewandt werden. Diese richten sich nach der Anfallsart und müssen individuell gefunden und eingeübt werden. (z.B. Reiben der Hand bei Kribbelanfällen, Konzentrationsübungen, etc.) Grundsätzlich gilt, dass Aktivität anfallsunterdrückend wirkt.
Unerlässlich ist eine geregelte Lebensführung mit geregeltem Nachtschlaf. Alkoholentzug, d.h. der Abbau von Alkohol nach dessen Genuss, sollte ebenfalls gemieden werden, dürfte im Kindesalter jedoch eine untergeordnete Rolle spielen. In seltenen Fällen kommt auch eine spezielle Diät (Ketogene Kost) zum Einsatz.
Wichtig ist die geregelte und pünktliche Einnahme der Medikamente. Es sollten regelmäßige Kontrollen bei einem Epileptologen erfolgen.

